Flickwerk beim Breitbandausbau

(Beispiel: Roetgen / Eifel)

Stand: 24.07.2017   +++ letzte Aktualisierung +++ 28.09.2017 +++


Warum ist Roetgen so unterschiedlich mit schnellem Internet versorgt?

Weil es keinen (echten) Wettbewerb gibt und weil der Breitbandausbau - außerhalb von Ballungszentren wie der Eifel oder dem Schwarzwald - offensichtlich nur dort stattfindet, wo er mit Steuergeldern bezahlt wird. Strategischer Ausbau sieht anders aus.

Dt. Telekom - Ausbaustatus Breitband Roetgen
Quelle: Dt. Telekom, http://www.telekom.de/breitbandausbau-deutschland (Stand: 24.07.2017)

Nur die in der obigen Karte magenta eingefärbten Bereiche verfügen über VDSL (50 MBit/s). Der weitaus größere Teil hat also "bis zu" 16 MBit/s - was aber meist nichts anderes als 2 - 6 MBit/s bedeutet.

Übertragen Sie die Praxis, Geschwindigkeiten mit der Angabe "bis zu" zu versehen, bitte 'mal auf Ihr Auto. Der Hersteller gibt im Prospekt "bis zu" 200 km/h an, der Wagen fährt aber nicht schneller als ein Mofa.

Die Masche war jüngst auch Thema in dem bekannten ARD-Magazin plusminus (siehe "Wenn Internetprovider zu viel versprechen").

Fragwürdige Geschäftspraktik?

Um das volle Ausmass der Flickschusterei zu erkennen, muss man sich nur 'mal den Willemslägerweg anschauen (rechts unten in obiger Karte). Da wurden einzelne Gebäude beim Breitbandausbau 2015/2016 ausgespart.

Wer jetzt noch glaubt, dass ganz Roetgen in absehbarer Zeit mit wirklich schnellem Internet versorgt wird und deshalb keinen Glasfaseranschluss bei der DGF (Deutsche Glasfaser) bestellt, der möge bitte nicht in 2 oder 3 Jahren über zu langsame Leitungen klagen - und von der Gemeinde womöglich verlangen, dass ein neuer Förderantrag gestellt wird.

Dasselbe gilt übrigens für all diejenigen - mutmaßlich - älteren Menschen, die das Internet scheinbar gar nicht nutzen, weil sie lediglich telefonieren.

Ende 2018 werden die bisherigen konventionellen Telefonleitungen ("analog" und ISDN) von der Dt. Telekom abgeschaltet bzw. durch VoIP (umgangssprachlich "Telefonieren über's Internet") ersetzt. Dann sind Telefongespräche auch nichts anderes als - mittels "Codec" gewandelte - Datenpakete auf einer hoffentlich schnellen Internetleitung jenseits von 16 MBit/s.

Einige unserer Kunden haben bereits eine Änderungskündigung erhalten.


Die Deutsche Telekom wirbt für einen Glasfaseranschluss . . .

. . . mit der vollkommen korrekten Aussage, die Glasfaser sei eine echte Zukunftstechnik und konventionellen Anschlüssen wie DSL oder dem Kabelnetz überlegen.

Wozu dann Techniken wie Vectoring, Super-Vectoring oder G.Fast, die im ländlichen Raum technisch bedingt gar nicht einsetzbar sind? Es sei denn, es werden viele weitere der schönen großen grauen Kästen (Outdoor DSLAM) aufgestellt.

Unter der Internetadresse "http://www.telekom.de/telekom-netz/mehr-breitband-fuer-mich" (Mehr Breitband für MICH) werden die Vorteile eines Glasfaseranschlusses herausgestellt - richtigerweise mit Argumenten wie "Wertsteigerung" von Immobilien oder "einem neuen Level an Geschwindigkeit".

Dort ist auch zu lesen, dass ein Glasfaseranschluss "durchschnittlich ca. 16.000 €" kosten soll.

Wohlgemerkt: 1 Anschluss, nicht die ganze Straße.


Die Deutsche Glasfaser verlegt Glasfaseranschlüsse bis in jede Wohnung . . .

. . . sofern 40% der Roetgener Haushalte* mitmachen. Bis zum Stichtag 04.09.2017 ist der FTTH-Anschluss bei der DGF (Deutsche Glasfaser) sogar kostenfrei.

* 38% der Roetgener Haushalte haben bereits einen Glasfaseranschluss bei der DGF bestellt (Stand: 01.09.2017)


Und dann gäbe es auch echten Wettbewerb  . . . . .


+++ 28.09.2017 +++ Aktualisierung +++
Die Deutsche Glasfaser verlegt kostenlose Glasfaseranschlüsse bis in diejenigen Wohnungen / Büros (FTTH) . . .

. . . für die bis zum Stichtag ein Anschluss bestellt wurde. Baubeginn soll Anfang 2018, die Fertigstellung im Sommer 2018 sein.

Demnächst gibt's also richtigen Wettbewerb  . . . . .
+++ Ende Aktualisierung +++ 28.09.2017 +++


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